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Geschichten_Ellie von der Waldlohe

Geschichten voller Sagen, Geheimnisse und vergessener Legenden

Jede Geschichte öffnet eine neue Tür.

Die Sagenhaft-Reihe verbindet moderne Fantasy mit den alten Überlieferungen unserer Heimat. Wilde Jagd, Frau Holle, Idis, Idun, Feuermann und viele weitere Gestalten aus Sagen und Volksglauben werden neu entdeckt und in fantastische Abenteuer eingebunden.

Zwischen alten Legenden, geheimnisvollen Begegnungen und der Suche nach dem, was über Generationen bewahrt wurde, entstehen Geschichten, die Vergangenheit und Gegenwart miteinander verbinden.

Green Fox

Die Sagenhaft-Reihe

Alte Legenden. Neue Geheimnisse. Eine Welt voller Sagen und verborgener Wahrheiten.

Sagenhaft Band 1 -Zwischen Zwei Welten

Band 1

Die Grenze zwischen unserer Welt und einer anderen Realität ist dünner, als wir glauben.

Als alte Geheimnisse ans Licht kommen, beginnt eine Reise, die alles verändert.

In Zwischen zwei Welten begegnen die Figuren einer Wirklichkeit, die lange verborgen geblieben ist. Zwischen dem, was bekannt erscheint, und dem, was im Verborgenen existiert, entsteht ein Abenteuer voller Rätsel, Gefahren und unerwarteter Wendungen.


Eine Geschichte über Mut, Freundschaft und die Suche nach dem eigenen Platz zwischen zwei Welten.

ISBN: 9783696730741

Sie schmunzelte, als sie daran dachte, dass ihre Lieblingslackiererin Lotte ihr gesagt hatte, dass Mattlack etwas ganz furchtbar Schlimmes sei, weil es so unfertig aussähe. Doch sie bat Lotte ganz bewusst darum, auf den hochglänzenden Klarlack zu verzichten. Da half damals auch Lottes Beteuern nicht, dass diese Art von Lack viele Vorteile hätte …

Jäh schreckte sie aus ihren Gedanken auf. Hatte da nicht jemand an der Straße gestanden? Der Blick in den Rückspiegel ließ etwas erkennen, was war das? 

Die Bremse quietschte, als Frieda sie mit ihrem Fuß in das Bodenblech drückte. Hastig legte sie den Rückwärtsgang ein. Mit einem Arm über der Beifahrerlehne und die Augen auf den ungewissen Gegenstand gerichtet, setzte sie zügig zurück und hielt neben dem unbekannten Etwas. Mit ihrer linken Hand schnipste sie den Zigarettenstummel aus dem geöffneten Fenster und beugte sich zum Türgriff der Beifahrerseite hinüber. Ein leises Quietschen war zu hören, als die Tür sich öffnete. Auf dem Boden am Straßenrand stand ein Paar fein säuberlich nebeneinandergestellter roter Wildlederschuhe. Frieda war verwundert. Wer bitte stellte hier seine Schuhe hin? Auch noch so ordentlich und mit tadellos, ebenmäßig gebundenen Schleifen …

Der Unheimliche musste federleicht sein, denn trotz, dass er den Sack trug, sank er, im Gegensatz zu Frieda, nicht ein. Es wurde immer schwieriger, mit dem Wesen Schritt zu halten. Sie spürte, wie ihre spärlichen Kräfte schrumpften. Einzig der Gedanke, den Jungen zu retten, trieb sie, entgegen ihrer Angst, weiter voran. 

Nach etwa fünfzehn weiteren Minuten blieb das Wesen vor einem riesigen, überwucherten Felsen stehen. 

Flugs verbarg sich Frieda hinter dem Stamm einer umgestürzten Esche. Aus ihrem Versteck heraus beobachtete sie aufmerksam, dass das Wesen einige Äste des Gebüsches zur Seite bog und hindurchschritt. 

Sie wartete drei Atemzüge, bevor sie vorsichtig auf die Stelle zu schlich. Angespannt ahmte sie das Wesen nach und schob die Zweige zur Seite. Vor ihr öffnete sich eine Höhle. Das grausame Kichern hallte ihr entgegen. Sie nahm all ihren Mut zusammen und betrat leicht geduckt die breite Höhle. Der Boden war nass und obwohl sie sich bemühte kein Geräusch zu machen, platschte bei jedem Schritt das Wasser unter ihren Füßen. Die Wände waren glatt und schlierig mit Algen bewachsen.

 Sie betete flüsternd, dass sie nicht entdeckt werden würde. Ihre Beine fühlten sich an wie Gummi. 

Gut dreißig Schritte weiter öffnete sich die Kammer so weit, dass Frieda problemlos aufrechtstehen konnte. Das Tageslicht wurde weniger und der Boden trockener. Zweihundert Meter weiter, krümmte sich der bis dahin schlauchartige Gang nach links. Von dort strahlte ein flackerndes Licht in den Gang hinein und undeutliche Geräusche waren zu hören. 

Es war ein kleines Männchen, so groß wie ein Kind von zehn Jahren, mit einer kurzen, zerschundenen, braunen Hose bekleidet, die knapp über die Knie reichte und von nur einem Hosenträger aus geflochtener Weide gehalten wurde. Der andere Hosenträger fehlte. Hier und da hingen lose Fransen heraus, kleinere Löcher und geflickte Stellen gaben der Hose ein abenteuerliches Aussehen. Ansonsten war das Männchen über und über mit langen, dunklen Haaren bedeckt. Insbesondere das Kopfhaar und der Bart waren zerzaust und standen in alle Richtungen ab, wobei einige rötliche Strähnchen zu erkennen waren. Selbst die Augenbrauen waren über den rot funkelnden, großen Augen zusammengewachsen. Nase und Mund ähnelten einer kleinen, kurzen Hundeschnauze. Die Ohrläppchen waren lang, und am linken trug es einen goldenen Ring. 

„Moment“, krächzte es blechern. „Ehe ihr drei losgeht, soll ich euch noch einen Beutel mit einem Happen zu essen bringen.“

„Das ist aber nett“, freute sich Frieda und lächelte das haarige Männchen freudig an. 

Als es ihr den blau gemusterten Beutel reichte, bemerkte Frieda, was für große Hände und Füße es hatte. 

„Ja, ja“, winkte das Männchen ab und rollte mit seinen großen roten Augen, wobei Frieda jetzt die bemerkenswert eindrucksvollen, wolfsähnlichen Zähne sah. Just als das Männchen sich umdrehte, um wieder zu gehen, sprang Tosk vor ihn hin. „Also, mal also, wieder ganz die Freundlichkeit in Person“, pikste Tosk das Männchen.

„Lass ihn doch, Tosk“, mischte Frieda sich gleich ein.

Ein grummeliges „Hm“ entstob der Kehle des Männchens.

„Also, ach also, das kann solch ein Waldschrat schon ab, wenn man ihn ein wenig ärgert. Nicht wahr, Hilarius?“, stänkerte Tosk weiter.

„Ein Waldschrat bist du“, flüsterte Frieda leise zu sich selbst.

„Ja“, grummelte Hilarius sie an und setzte hinzu: „Und ich habe gute Ohren.“

„Entschuldigung, ich wollte nicht …“ Sie kam nicht dazu, ihren Satz zu beenden, weil Hilarius sie mit einem unfreundlichen „Jaja, lass gut sein.“, unterbrach.

Green Fox

Band 2

Manche Menschen verschwinden nicht einfach. Manche Geschichten warten darauf, wiedergefunden zu werden.

In Die Spur der Verschollenen führt eine geheimnisvolle Spur auf eine Suche, die weit mehr enthüllt als erwartet. Alte Hinweise, vergessene Geheimnisse und verborgene Zusammenhänge verbinden Vergangenheit und Gegenwart.

Doch je näher die Wahrheit rückt, desto größer wird die Gefahr.

ISBN: 9783696385378

Um sich von den Sorgen, um Frieda abzulenken, dachte sie darüber nach, was sie alles über Schwarzerlen so wusste. Zum Beispiel, dass diese Baumart zu den Birken gehört und gut dreißig Meter hoch werden kann. Man nennt sie auch kurz Eller oder Else. Und wenn man ihr Holz anschneidet, färbt es sich sofort rot. Man sagt dazu „Bluten“. Dieser Baum wird ganz entspannt mehrere hundert Jahre alt. Am liebsten wächst sie an sehr nassen, moorig-sumpfigen Gegenden. Da solche Umgebungen aber oft gruselig wirken, bringt man sie gerne in Zusammenhang mit Hexen, die das Erlenholz für Ihre Zaubereien benötigen. Mit dem Holz können sie zum Beispiel das Wetter beeinflussen. 

Sogar der Teufel selbst soll seine Großmutter mit Erlenholz verprügelt haben, weshalb es seitdem rot gefärbt ist. 

Schon früh entstand der Spruch: „Rotes Haar und Erlenloden – wachsen nicht auf gutem Boden.“

Man behauptet sogar, dass man dem Teufel mit Erlenholz eine ordentliche Tracht Prügel verabreichen könne. Ebenso wird ein Wechselbalg geschlagen und vertrieben.

Sie musste zugeben, dass sie ganz schön viel über diese Bäume wusste. Das hatte sie selbst nicht erwartet. Wären ihr nur zwei oder drei Dinge dazu eingefallen, wäre Sie bereits stolz auf sich gewesen. Aber, dass es gleich so viele sind, nein, das hatte sie wahrlich nicht gedacht.

Eine große, schwarze Gestalt, die in einen schwarzen Mantel gehüllt war, löste sich aus dem Schatten der Eibe. Ein schwarzer Hut verdunkelte sein Gesicht. Man konnte lediglich, die weißen, scharfen Zähne sehen, als er mit gefährlich, schmeichelnder Stimme sprach: „Willst du das hier haben?“, dabei hielt er einen Rucksack lässig über den klauenartigen Fingerspitzen, ein Stück weit über Michaels Kopf baumelnd. Dieser stand vorsichtig auf und ging rückwärts, das Wesen fest im Blick, zu seinen Freunden.

Lotte erkannte den Rucksack sofort: „Der gehört Frieda.“, flüsterte sie leise.

Die Gestalt wuchs an und beugte sich bedrohlich von oben über die Gruppe. 

„Frieda, sagst du.“, hauchte es knurrend und fletschte die Zähne dabei, die glitzernd von oben herab funkelten. Ein Speichelfaden tropfte gierig hinab und wäre Martin beinahe auf das Gesicht gefallen, wäre er nicht selbstsicher zur Seite gegangen.

Michael und Martin schoben sich tapfer vor Lotte. 

„Du kennst den Namen wohl?“, gab Martin zurück, der seinen ganzen Mut brauchte, sich aber nichts anmerken ließ.

„Wer weiß.“, spielte das Schreckensgespenst mit ihnen und kicherte dabei bösartig.

„Woher hast du den Rucksack?“, fragte Lotte harsch.

Dieses Wesen zog sich kurz von ihnen zurück, nur um sich um sie herum von hinten her wieder aufzubauen. Der Unheimliche war jetzt ganz nah an Lotte, fast schon berührte es ihren Hals mit seinem Gesicht. Sie drehte sich so, dass sie dem Finsteren gegenüber stand. 

„Also, woher hast du den Rucksack?“, wiederholte sie fest ihre Frage. Sie wollte endlich Antworten und von wem sie diese bekam, war ihr gerade ganz egal. Sie wollte sich nicht einschüchtern lassen.

„Das möchtest du wohl wissen?“, antwortete er ihr in einem schauderhaften Ton, während er mit seinen langen Klauen an den Trägern des Rucksackes spielte. Als müsse er unterstreichen, wie gefährlich er ist, durchtrennte er mit nur einem Fingernagel, einen der beiden Riemen.

„Ja.“, stellte sie sich ihm entgegen.

Martin und Michael überlegten, was sie unternehmen konnten, um diese überaus bedrohliche Lage zu entschärfen. Doch gegen solch ein flüchtiges Wesen, durch das man hindurch griff, wie durch Nebel, waren sie nicht gerüstet. Was also konnten sie tun? Es war entsetzlich, wie viel Bösartigkeit dieser Unhold ausstrahlte. Ganz gleich, wie man sich zu ihm stellte, er war irgendwie überall, ja sogar überall zugleich. Die Lage spitzte sich auf unheilvolle Weise zu. Dieses Wesen spielte mit ihnen, das war klar. Sie waren die Beute und der Jäger harrte gefährlich umschmeichelnd auf den Höhepunkt, da er zuschlagen würde. Die Luft knisterte vor lauter aufgestauter Spannung und jeder der drei Freunde konnte es auf seiner Haut und in seinem Leib spüren, wie die Feindseligkeit kurz vorm Bersten war.

„Halt dich zurück, du unverfrorener, böser Geist!“, sagte eine frauliche Stimme. Sie war voll Freundlichkeit und Leichtigkeit.

„Wickenweib, geh deines Weges!“, versuchte der Unheimliche die weibliche Stimme abzuweisen.

Die Nacht verstrich ohne besondere Vorkommnisse. Erst ein leises Trappeln auf dem Dach weckte Lotte am frühen Morgen. Was war das? Mit geschlossenen Augen überlegte sie, woran sie das Geräusch erinnerte. Es hörte sich an, als ob kleine Füße darauf laufen würden. Während sie herzhaft gähnte und sich, trotz des beengten Raumes, bestmöglich streckte, blinzelten ihre Lider. Der aufgehende Tag war noch ein wenig zu grell für sie.

„Ein Marder?“, flüsterte Martin von hinten.

Lotte war über seine Stimme so überrascht, dass ihr fast das Herz in die Hose sackte. Sie griff sich mit der flachen Hand an die Brust.

„Entschuldige.“, kichere er betont leise.

Lotte hatte den Schreck schnell verdaut. „Meine Güte, ich habe nicht gewusst, dass du wach bist. Gut möglich, dass es ein Marder oder ein anderes kleines Tier ist. Aber, was macht es da oben?“, flüsterte auch Lotte, schließlich wollte sie Michael nicht wecken, da er als Fahrer die meiste Ruhe brauchte. 

Während sie gemeinsam überlegten, lauschten sie dem seltsamen Geräusch über sich. Leise tuschelnd, beschlossen sie einen gemeinsamen Plan:

Ganz langsam und so leise wie irgend möglich zogen sie vorsichtig den Türöffner. Das zarte Klacken ertönte gleichzeitig. Da die Geräusche noch immer andauerten, warfen Martin und Lotte sich einen kurzen Blick zu. Mit zitternden Händen drückten sie die Wagentür immer weiter auf, aber nur gerade so weit, bis der Spalt gerade ausreichte, als dass sie hindurchschlüpfen konnten. Zum Glück hatte Michaels Wagen gut geschmierte Scharniere, sodass nichts knarrte oder quietschte, wodurch ihre Aussichten auf ein erfolgreiches Unterfangen deutlich erhöht waren. Ihr Herz schlug stark vor Anspannung, als sie sich fast lautlos aufrichteten. Aber nur so weit, dass sie gerade eben über das Wagendach spähen konnten. 

Sagenhaft Band 2 - Die Spur der Verschollenen
Green Fox
Sagenhaft Band 3 - Das Erbe der alten Mächte

Band 3

Was lange verborgen war, kehrt zurück.

Alte Kräfte erwachen und stellen alles infrage, was bisher sicher schien. Die Vergangenheit hinterlässt Spuren und bringt Geheimnisse ans Licht, die niemals vergessen werden sollten.

In Das Erbe der alten Mächte verdichten sich die Ereignisse und die Grenzen zwischen den bekannten und verborgenen Welten geraten erneut ins Wanken.

ISBN: 9783696386573

Nunmehr drei Wochen lag das letzte Treffen der vier Freunde zurück. Durch die viele Arbeit, die jeder von ihnen hatte, waren sie nicht dazu gekommen, sich zu sehen.
Deswegen wollten sich die Freunde eine Auszeit von allem gönnen. Einfach abschalten und gemeinsam die Ruhe genießen. Wo, wenn nicht in der Natur beim Zelten, könnte man mehr Ruhe und Entspannung finden?
Nur sie und die Natur. Dieses Wochenende bot sich geradezu dafür an. Immerhin verlängerte es sich ganz von selbst durch zwei Feiertage. Zudem war sonniges Wetter mit milden Temperaturen vom Wetterfrosch gemeldet worden.
Einfach blendend, um ein paar Tage in der Einöde zu verschwinden.
Als Treffpunkt diente natürlich Lottes Werkstatt.

Die Gestalt stoppte. Rasant wirbelte sie herum und leuchtete Frieda entgegen: „Wer da!“, tönte eine raue, krächzende Stimme.
Frieda schloss kurz die Augen und legte den Kopf nach hinten. Sie war fassungslos über sich selbst, dass sie so saublöd gewesen war. `Gute Erziehung ist eben nicht immer dienlich´, fuhr es ihr durch den Kopf. Vermutlich wäre das Wesen ansonsten einfach nur seines Weges gegangen. Nun fühlte sie sich im Zugzwang. Mutig trat sie hervor und richtete die Taschenlampe auf ihr Gegenüber.


Frieda traute ihren Augen nicht. Wie der wandelnde Tod wirkte das aschfahle Männlein, dessen Oberkörper nur von dem löchrigen Mantel bedeckt war. Darunter sah sie jeden Knochen, der nur noch von alter, dünner Haut bedeckt war. Scharf blickende Augen funkelten aus den tiefen Augenhöhlen hervor. Die Gestalt war so dürr und ausgemergelt, Frieda ertrug den abgehärmten Anblick kaum, am liebsten hätte sie losgeheult – sein Anblick war zum Herzerbarmen.
„Ah, da steckst du“, bemerkte die ausgemergelte Gestalt mit heiserer Stimme. „Frieda, richtig?“, sprach dieser erschöpfte Schatten seiner selbst.
Überrascht erschrak Frieda. Woher kannte er ihren Namen? Wie konnte das sein? Wortlos starrte sie ihm entgegen.

„Ich seh’ dir an, dass es wahr ist. Gut, gut, das spart mir viel Mühe. Da brauche ich mich nicht hinauf quälen“, sprach er langsam weiter und hinkte dabei auf sie zu.
Unwillkürlich wich Frieda zurück: „Woher kennst du mich? Und warum hast du mich gesucht?“
„So weich mir nicht aus. Ich habe dir eine Kunde zu überbringen“, erklärte sich der Fremde.
Die Umstände wirkten auf Frieda unheimlich und unüberschaubar, weshalb sie mit fester Stimme wissen wollte, wovon hier gesprochen wurde.
„Komm näher zu mir, ich will dir all deine Fragen beantworten. Aber ich bin so schwach“, kam zur Antwort, während sich die Gestalt langsam, wie aufs Stichwort, zu Boden sinken ließ.


Das Misstrauen in Friedas Gesicht bemerkend, winkte das kraftlose Männlein sie zu sich heran, während es weiter in sich zusammensank. „Es ist wichtig“, beschwor es die Zweifelnde, die sich nur zögerlich näherte.
Kurz bevor sie nah genug war, spürte sie, dass sie nicht weitergehen sollte. Alles in ihr schrie „Stopp!“, wie eine innere Warnung.
Dies bemerkend, erzürnte die abgehärmte Figur und stellte langsam seine Lampe auf den Boden. Mit einer wüst verzogenen Fratze hechtete er überraschend schnell auf Frieda zu, die sich mit einem Sprung zur Seite zu flüchten versuchte. Aber das Männchen schaffte es, sie zu erreichen und niederzuwerfen.


Frieda schlug hart mit dem Rücken auf den Boden und ihre Taschenlampe rollte zur Seite. Für einen kurzen Augenblick setzte ihr Atem aus und kleine, spitze Steine bohrten sich schmerzhaft in ihren Rücken.

Als Frieda einen Schritt zurücktreten wollte, packte der Fürst ihr Handgelenk. Seine Augen funkelten sie ungeduldig an, und Frieda fühlte sich hilflos. Sie konnte nicht einordnen, was der Fürst bezweckte. Was wollte er von ihr? Allmählich glitten ihre Gefühle vom einfachen Unwohlsein in Angst über.
„Was wollt ihr von mir?“


Rasend zerrte der weiße Fürst an ihrem Handgelenk und fasste mit seiner anderen Hand Frieda am Kragen. Obwohl er so dünn und zerbrechlich aussah, bot er eine ungeheuerliche Kraft auf. Nahezu mühelos drückte er sie wie eine Puppe über die Brüstungsmauer.
Mit aufgerissenen Augen sah sie auf die Erde hinab. Ihr Herz raste und kalter Angstschweiß trat aus ihren Poren.
„Was soll das? Nein, nicht!“, waren ihre letzten Worte, bevor sie gänzlich den Halt verlor und die Tiefe hinabstürzte. Während des Sturzes drehte sie sich und konnte sehen, wie schnell sich der Söller mit dem Fürsten darauf von ihr entfernte. Sie schrie, sie schrie aus Leibeskräften. Doch sie war wehrlos gegenüber dieser ausweglosen Lage, in der sie sich befand.


Gerade als sie dachte, sie würde das Bewusstsein verlieren, spürte sie die glühende Hitze in sich aufwallen, und ein heftiger Aufprall stoppte ihren freien Fall. Bevor sie begriff, was geschehen war, hörte sie ein Lachen. Sie richtete sich auf und blickte sie zum Söller hinauf.

Green Fox

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Hörspiel_Ellie von der Waldlohe

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Nach und nach findest du hier alle Bände der Sagenhaft-Reihe als Hörbuch.


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Green Fox